Svenja Hirsch

Im Leben von Svenja Hirsch dreht sich alles um das Wort – es ist ihre Leidenschaft und ihr Beruf, und sie hat sogar einen kleinen, süßen Verlag gegründet. Dieses Projekt könnt ihr per Crowdfunding unterstützen, also schaut es unbedingt einmal näher an (link im Interview). Übrigens kommt ihr mit Svenja auch prima durch das kommende Jahr:

Gefundene Worte (Wandkalender 2016 DIN A4 quer): Die Kunst des Wortes - Schriftkunst und Philosophisches im zumeist öffentlichen Raum (Monatskalender, 14 Seiten), Svenja Hirsch, Calvendo, bei amazon
Gefundene Worte (Wandkalender 2016 DIN A4 quer): Die Kunst des Wortes – Schriftkunst und Philosophisches im zumeist öffentlichen Raum (Monatskalender, 14 Seiten), Svenja Hirsch, Calvendo, bei amazon

In deinem Leben dreht sich alles um das Thema Worte, oder? War deine berufliche Laufbahn schon darauf ausgerichtet, oder hattest du eigentlich ganz andere Pläne?

Sie war tatsächlich schon immer aufs Schreiben ausgerichtet – eigentlich ungewöhnlich, denke ich mir selbst immer wieder. Anfangs wollte ich ausschließlich Journalistin werden. Entgegen aller Meinungen von anderen Redakteuren etc. habe ich dann Germanistik und nicht etwa Politik oder so studiert und in Literaturwissenschaften meinen Master gemacht, dann noch eine Sprecherausbildung dran gehängt.

Kurzgeschichten geschrieben habe ich schon immer, schon während der Schulzeit. Aber dass es tatsächlich der Beruf „Autorin“ werden soll, das hat sich erst mit der Zeit rauskristallisiert. Zum Glück funktioniert diese Tätigkeit ja auch im Zusammenhang mit redaktionellen Texten!

Wie hat das alles angefangen?

Mit einer Tischbombe zu Silvester 2000 (Millenium! Ich war erst 14!). Da flog ein Zettel zu meinem Sternzeichen raus, auf dem stand, dass ich das total super kann und unbedingt machen sollte. Und das hat mich dann wohl so beeindruckt, dass ich angefangen haben, dazu Nachforschungen anzustellen und bin darauf hängen geblieben.

Allerdings hat mein Papa mir auch schon immer Geschichten vorgelesen, als ich ganz klein war und selbst welche für mich auf Kassette gesprochen… er ist also auch nicht ganz unschuldig an dieser ganzen Laufbahn!

Du arbeitest als Texterin und schreibst für andere. Was gibt es über deine Arbeit als Autorin zu berichten, wenn du deine ganz eigenen Ideen umsetzen kannst?

Oha, das ist eine schwere Frage! Ich habe zuhause ein Manuskript liegen, ein Band mit Erzählungen. Die sind mitunter ganz schön traurig und nachdenklich. Das ist dann mehr so die philosophische Seite. Wobei ich meinen ganzen Schwung an Gesellschaftskritik auch gerne mal in deftiger verpacke – das macht beim Vorlesen immer sehr viel Spaß!
Wenn man Texte für andere schreibt, verkneift man sich die eigene Kritik an etwas oft – oder zumindest, diese ganz direkt im Text zu äußern. Das nehme ich mit in meine eigenen Sachen. Und auch das, was ich beobachten. Geschichten passieren ja allerorts und jederzeit…

Du hast einen kleinen Verlag gegründet, mit dem hübschen Namen „WäldchenVerlag“. Erzähl doch mal etwas darüber!

Jaaaa, das ist mein kleines Herzblatt! Der Name orientiert sich an meinem Nachnamen und sollte außerdem klein und etwas verspielt klingen, so wie das, was wir hier auch entwerfen! Daher ist es auch der Verlag für die illustr(iert)en Kleinigkeiten. Bei uns entstehen schöne, nützliche Dinge: Jedes Produkt ist illustriert und hat immer noch eine kleine Idee dabei, die Postkarten tragen zum Beispiel mal ein Rezept, das erste kleine Büchlein kann man ganz einfach verschicken…

Hier lasse ich die Geschichten, die ebenfalls einen nachdenklichen Kern haben oder es um ganz wesentliche Dinge wie Freundschaft geht, die aber einfach „schön“ sind und ans Herz gehen. Es geht nicht darum, hier ausschließlich meine eigenen Geschichten im klassischen Self Publisher-Sinne zu veröffentlichen. Das ist nur momentan noch der Fall, weil ich eben noch ein paar Geschichten habe, die da passen und ich mich selbst nicht bezahlen brauche. Es geht mir um freundliche, wertige Produkte mit einer inhaltlich ansprechenden Geschichte – so wie „Die drei Damen“, die erste Geschichte, die wir veröffentlicht haben und die nun in Form eines literarischen Backbuches weiter geschrieben wird.

Aktuell läuft eine Crowdfunding Kampagne für euren Verlag. Was habt ihr damit vor?
Hier geht es genau um dieses Backbuch und das Crowdfunding soll einen Teil der Produktionskosten abdecken. Firmen können uns genau so unterstützen wie Cafés und einzelne Leute, die Lust auf das Buch selbst haben oder sogar darin vorkommen möchten: Als Unterstützer mit Logo, Namen etc. oder einer Geschichte… Die Idee: Die drei Damen Ulla, Trude und Magda reisen zu verschiedenen Cafés und bringen von dort Rezepte mit, die im Buch abgedruckt sind. Und da sind welche von richtigen Bäckermeistern dabei, die super funktionieren! Ich probiere das ja immer aus und mache Fotos, ich kann nur sagen: Leckerlecker! 😉

Auf der Aktionsseite kann man mittlerweile auch Teile des Covers sehen, das Katarina Kühl wieder gestaltet hat und einen Teil der Geschichte gibt’s dort auch schon zu lesen. Man kann das Buch als Dankeschön bekommen, die Geschichte aus dem Büchlein auf CD und ein paar andere schöne Sachen!

Unterstützt das Literarische Backbuch!

Was sind deine aktuellen Schreibpläne?

Im Bezug auf meine eigenen Ideen: Zunächst die noch fehlenden ca. 30% des Backbuches! Ich hoffe sehr, dass noch ein bis zwei Cafés kommen, die gerne bei uns mitmachen und ins Buch möchten und ich diesen eine Geschichte schreiben darf.

Dann bin ich seit kurzem Mitglied des writer’s room Hamburg, vorher habe ich in der Schreibwerkstatt dort schon einen Roman begonnen mit dem es nun auch bald weitergehen soll: über einen kleinen Jungen aus Irland.

Das Manuskript meiner Erzählungen will ich auch noch einmal überarbeiten und mit Fotos versehen, dann nochmal an ein paar Verlage schicken… Viel zu tun also, es wird nie langweilig!

Deine 3 ultimativen Tipps für angehende Autoren?

1. Immer weiter machen! Man wird mit der Zeit besser…
2. Mit anderen Schreibern sprechen, sich vernetzen. Nicht nur alleine im Zimmerchen hocken.
3. Finde ich persönlich sehr wichtig: Das Vorlesen nicht unterschätzen. Und auch das Üben und unterhaltsam gestalten.

Vielen Dank für deine Zeit!
Sehr gerne! 🙂

 

 

Dieser Post enthält Partnerlinks.

Spread the word!
RSS
Follow by Email
Facebook
Facebook
Google+
http://autoren-couch.de/2015/08/22/svenja-hirsch/
Twitter
SHARE