Archiv der Kategorie: Autoren nach Genre: Kinderbuch

Marion von Vlahovits – Kinderbuch

Marion von Vlahovits ist Sonderpädagogin und schreibt unter anderem Kinderbücher. Ich konnte ein sehr interessantes Gespräch mit ihr führen, das allerdings schon im Sommer stattfand. Hierzu möchte ich sagen, wenn ihr mal eure gesamte Wohnung umräumt – es ist genauso schlimm wie Umziehen 😉 Und ihr kommt zu nichts anderem mehr, so wie ich gerade. Jetzt aber genug gejammert und hin zu Marion!

Liebe Marion, da bin ich! Bei der Hitze ist mir die Kaffeemaschine durchgeschmort 😉 Hier meine Fragen:

Liebe Marion, du hast eine ziemlich bewegte Kindheit gehabt (im Sinne des Wortes). Wie war es für dich, an unterschiedlichen Orten aufzuwachsen, hat sich das auf dein Schreiben ausgewirkt?

Liebe Manuela, zunächst einmal vielen Dank, dass ich mich hier auf deiner Autorencouch mit dir unterhalten darf. Bei der momentan Hitze wäre mir heute allerdings ein kühles Getränk lieber.

Eine interessante Frage, über die ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht habe. Wenn man als Kind immer wieder an neue Orte zieht, muss man sich jedes Mal neu auf fremde Menschen und eine veränderte Umwelt einlassen und sich anpassen. Diese Anpassungsfähigkeit und eine Neugier und Offenheit gegenüber anderen Lebensgewohnheiten kann ich an mir schon feststellen. Nicht die schlechtesten Eigenschaften für jemanden, der schreibt, denke ich.

Wenn das äußere Umfeld sich immer wieder wandelt, sucht man sich aber auch Bereiche, die einem Halt geben. Für mich waren das die Familie, ich habe drei jüngere Geschwister, und auch das Lesen. So entwickelte ich schon sehr jung eine besondere Beziehung zu Büchern und Geschichten.

Wann hast du mit dem Schreiben begonnen?

Ich wuchs ja in einer Zeit ohne Facebook und Watts App auf und telefonieren war teuer und daher keine Option. Daher war meine einzige Möglichkeit Kontakt zu Freundinnen zu halten das Schreiben von Briefen. Außerdem führte ich wie viele junge Mädchen ein Tagebuch. Aber die Ambition Autorin zu werden hatte ich zu dem Zeitpunkt nie. Jahre später, als ich schon Lehrerin dachte ich mir immer eigene Geschichten aus um den Schülern den Stoff nahe zu bringen. Doch das Schreiben habe ich erst richtig für mich entdeckt, als mein Vater schwer krank wurde und dann auch starb. Meine Gefühle in Worte zu fassen, half mir dabei sie zu verarbeiten.

Du arbeitest als Sonderpädagogin, das ist sicherlich oft eine Herausforderung. Ist das Schreiben ein Ausgleich, oder inspiriert dich deine Arbeit sogar dabei?

Nun, da stimmt sicher beides. Alles was wir tun, jede Begegnung mit anderen hinterlässt ja Spuren in uns. Und so prägt mich natürlich meine Arbeit an einem Förderzentrum sehr. Die Arbeit mit den Kindern, die ja oft keinen einfachen Weg hinter sich haben ist für mich wirklich oft eine Inspiration. Gerade bei meinem ersten Kinderbuch „Julian und die Wutsteine“ gibt es eine direkte Verbindung zwischen meinem Beruf und dem Anliegen meines Buches. Einer meiner Schüler hat mich damals  so beschäftigt, dass daraus diese Geschichte entstand. Ich erlebe immer wieder, wie stark sich Kinder mit Charakteren aus Büchern identifizieren können. Somit können gute Kinderbücher auch therapeutischen Nutzen haben. Bei Julian durfte ich das oft erleben.

Aber ich verarbeite ja auch meine Eindrücke und Erlebnisse indem ich sie in Worte fasse. Daher ist das Schreiben auch eine Auseinandersetzung mit meinen eigenen Emotionen, Ängsten und Sehnsüchten. Ausgleich und Verarbeitung sind da untrennbar miteinander verknüpft.

Was schreibst du am liebsten?

Obwohl ich bisher hauptsächlich für Kinder geschrieben habe und mir das auch enormen Spaß bereitet, glaube ich, dass ich mich nicht für alle Zeiten auf dieses Genre allein festlegen will.  Aber natürlich habe ich noch viele Ideen und Themen im Kopf, die genau darauf warten in einem Kinderbuch festgehalten zu werden. Besonders viel liegt mir dabei an den Bilderbüchern, die ich mit Unterstützung durch die Künstlerin Angelika Niklas gestalten kann. Mein Hauptthema ist die Kinder zu stärken, Ihnen den Glauben an sich und ihre Gefühle zu vermitteln und Zuversicht für die Bewältigung von Problemen.

Mein zweites Herzensprojekt ist die Lyrik. Gedichte sind eine wunderbare Möglichkeit Gefühle mit wenigen Worten sehr präzise zu umschreiben.  Schön ist es, wenn diese Werke dann bei anderen Menschen ähnliche Emotionen auslösen können.

Für wen sind deine Bücher geeignet? Was macht sie besonders?

In gewisser Hinsicht habe ich diese Frage schon beantwortet.

Die meisten meiner Leser, Kinder und Erwachsene, berichten mir, dass meine Geschichten und Gedichte sie berühren, etwas in ihnen auslösen. Das ist auch mein Hauptanliegen beim Schreiben. Ich möchte den Lesern etwas mitgeben, sie zum Mitempfinden anregen und ihnen eine positive Grundstimmung vermitteln.

Julian und die Wutsteine: Scheidung, Trennung, Scheidungskind, Sorgerecht, Streit, Marion von Vlahovits, Papierfresserchens Mtm-Verlag, bei amazon
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Die meisten Bücher sind natürlich vor allem für Kinder geeignet. Bei Julian zum Beispiel hoffe ich, dass er genau zu den Kindern findet, die seine Ängste und seine Wut kennen und wie er an sich selber zweifeln. Ich hoffe sehr, dass Julian ihnen Mut macht und sie in ihrem Schmerz trösten kann. Daher ist dieses Buch natürlich besonders für Erzieher, Therapeuten und Eltern eine Möglichkeit dieses Thema aufzugreifen und mit Kindern darüber zusprechen. Nicht nur mit Trennungskindern, denn dieses Thema betrifft alle, da es dazu beiträgt Verständnis für das Verhalten anderer zu entwickeln.

Ángels Decke: eine zweisprachige Geschichte, Marion von Vlahovits, BOD, bei amazon
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Ángels Decke hat nicht so sehr diesen therapeutischen Ansatz. Es ist ein Buch für zweisprachige Familien und Menschen, die sich für andere Kulturen interessieren. In der Erzählung spiegelt sich die Sehnsucht nach einem friedlichen Miteinander der Menschen und der Übernahme von Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen.

Auch mein Hundekrimi Gino ist keine blutrünstige, spannungsgeladene Geschichte. Der Held ist kein Superheld, aber er träumt davon einer zu sein.

marionvonvlahovitz2Wer Hunde mag und ihre Verhaltensweisen kennt, wird ihn mögen, wer dagegen viel Aktion erwartet, könnte etwas enttäuscht sein.

 

Du arbeitest schon lange mit Kindern. Hast du den Eindruck, dass Kindheit sich in den letzten Jahren verändert hat? Wenn ja, wie?

Über dieses Thema könnte man sich abendfüllend unterhalten, aber auf den gerne verwendeten Satz „Früher war alles besser“ möchte ich mich dabei nicht festlegen lassen.

Wenn ich die Kindheit von heute mit meiner Kindheit vergleiche, dann sehe ich natürlich gewaltige Veränderungen. Wir hatten zwar weniger materielle Mittel und auf den ersten Blick auch weniger Möglichkeiten uns zu beschäftigen, aber wir waren freier und kreativer. Die meisten Kinder heute haben entweder einen vollgepackten Terminkalender oder sie verbringen den Großteil ihrer Freizeit vor dem Fernseher oder dem Computer. Die Eindrücke und Erwartungen, die auf sie einstürmen sind überwältigend.

Nun arbeite ich ja vorwiegend mit Kindern, die diesen Erwartungen nicht gerecht werden, weil sie Probleme haben und den Anforderungen im System Schule nicht gerecht werden. Sie brauchen Menschen, die ihre Fähigkeiten und ihre Persönlichkeit sehen und sie unterstützen und fördern. Viele Kinder scheitern heute an dem Anspruch perfekt sein zu wollen und zu müssen. Fehler werden daher als Schwäche empfunden und nicht als Chance gesehen, etwas zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

Die inneren Bedürfnisse der Kinder sind jedoch immer noch ähnlich. Die meisten Kinder sind neugierig und wollen Dinge aktiv erleben und erfahren. Sie brauchen Erwachsene, die sich mit ihnen beschäftigen, sie in ihr eigenes Leben einbeziehen und dabei trotzdem Kinder sein lassen.

Ich bin mir sicher, dass es dann auch heute gelingt eine schöne Kindheit zu erleben.

Warum sind Bücher und Geschichten so wichtig für Kinder?

Sie regen die Fantasie an, sie fördern das Gefühl für Sprache, sie erweitern den Wortschatz, sie vermitteln Wissen, sie fördern die Empathiefähigkeit, sie erweitern den Horizont, sie machen Spaß, sie wecken Gefühle, …..

Diese Liste könnte ich unendlich erweitern. Bücher und Geschichten, erzählt oder vorgelesen sind so eine wunderbare Möglichkeit mit Kindern die Welt zu entdecken, zu verstehen und zu gestalten. Denn eine Geschichte lebt ja weiter, kann verwandelt werden und sich verändern.

Außerdem sind Geschichten und Märchen ein wichtiges Mittel um Kindern die Folgen und Konsequenzen von Handlungen aufzuzeigen, ohne dass diese Erfahrungen schmerzhaft selber gemacht werden.

Wie schon Bruno Bettelheim feststellte „Kinder brauchen Märchen“.

Wie können oder sollten Eltern ihren Kindern die Freude am Buch vermitteln?

An erster Stelle sollten Eltern diese gemeinsame Zeit mit ihren Kindern nutzen. Schon bei kleinen Kinder kann mit entsprechenden Bilderbüchern die Freude am Betrachten und am gemeinsamen Lesen der Geschichte zu einem festen Ritual werden. Nicht nur am Abend vor dem zu Bett gehen, sondern auch im Laufe des Tages ist es eine wunderbare Möglichkeit sich gemeinsam einen gemütlichen Platz zu suchen und dabei zu kuscheln. Die Auswahl der Bücher richtet sich natürlich nach dem Interesse und dem Alter des Kindes. Besuche in einer Bücherei um gemeinsam etwas auszuwählen schonen den Geldbeutel und sorgen dennoch für ein abwechslungsreiches Angebot.

Hast du noch einen Tipp für angehende Autoren?

Wenn jemand gerne schreiben möchte, sollte er es einfach ausprobieren. Bei mir kamen die Themen einfach so zu mir, ich hatte nie den Vorsatz einmal Autorin zu werden. Aber als die Geschichten aufgeschrieben waren, wollte ich sie auch mit anderen teilen. Allerdings habe ich das Glück einen Beruf zu haben, von dem ich gut leben kann. Schreiben ist für mich eine Leidenschaft, die ich ausleben kann, ohne den Druck mich damit über Wasser zu halten. Daher kann ich schlecht Ratschläge erteilen, wie man ein erfolgreicher Autor wird.

Ich bin allerdings der festen Überzeugung, dass man Dinge, die einem wichtig sind auch angehen sollte. Und dabei nie den Glauben an sich selber verlieren darf. Daher mein lautet mein Rat: Nur Mut und vertraue deiner inneren Stimme.

Lieben Danke für deine Zeit! ich freue mich, dass du hier bist.

Ich danke dir für dieses angenehme Gespräch. Mit deinen Fragen an diesem heißen Sommertag hast du mich ganz schön ins Schwitzen gebracht, aber ich danke dir dafür, dass du mir die Möglichkeit gegeben hast mich hier nicht nur als Kinderbuchautorin zu zeigen.

Aber nun brauche ich dringend eine Abkühlung!

Carmen Mancuso – Kinderbuch

Carmen Mancuso hat damit angefangen, für ihren kleinen Sohn Geschichten zu schreiben – dann wurde mehr daraus, und jetzt können ihre Bücher auch für andere Kinder bestellt werden.

 

Liebe Carmen, an welche Altersgruppe richten sich deine Geschichten ?

Meine Geschichten sind für Kinder ab ca. 3 Jahren gedacht.

Hast du beruflich auch etwas mit Schreiben zu tun, oder wie bist du auf die Idee gekommen, Geschichten zu veröffentlichen?

Nein, von Beruf bin ich Kosmetikerin. Die Idee eine Geschichte zu schreiben, hatte ich als mein Sohn ca. 3 Jahre alt war. Ich habe ihm schon immer  viel vorgelesen, doch von den meisten Büchern war ich sehr enttäuscht. Sie klangen langweilig und abgehackt. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass solche Geschichten Kinder zum träumen bringen können und sie annimieren würden selbst gern zu lesen.

Erzähl mal etwas über deine Geschichten? Was inspiriert dich, wovon handeln sie?

Meine Geschichten greifen auf eine lustige und leicht verständliche Weise Situationen auf die jeder schon mal erlebt hat. Sie sollen unterhalten und auch ein wenig lehren.

Carmen mancusoIn Lena ist verliebt geht es um die erste Liebe. Die Liebe im Kindergartenalter,man merkt zum ersten Mal, dass man jemanden besonders gern hat und dass dieses etwas sehr schönes ist aber das es manchmal eben auch etwas weh tun kann.
In Familie Haarschön geht es um die kleine Frederike die sich weigert die Haare machen zu lassen und einiges anstellt um dieses zu verhindern.Doch auf eine sehr geschickte Weise bekommen die Eltern sie dann doch dazu.

In Wenn der Osterhase verschläft geht es um Freundschaft und Zusammenhal. Hier lernt der Osterhase dass er nicht alles allein schaffen muss,sondern dass es manchmal schon reicht einfach um Hilfe zu bitten.

Wie ist die Resonanz in deinem Umfeld?

Ich bekomme sehr viel positives Feedback.
Ich habe meine Bücher damals an die Familie, Freunde und mir fast Fremde von einem Seminar verteilt, diese haben die Bücher gelesen und mir zugesprochen, diese zu veröffentlichen. Auch heute mache ich es noch genauso, ich gebe einigen Menschen meine Geschichten zum lesen und wenn sie gefallen, denke ich über eine Veröffentlichung nach.

Was sind deine weiteren Schreibpläne?

Ich arbeite z.Z. an weiteren Kindergeschichten.

Was tust du, um deine Bücher zu promoten?

Ich werbe online auf Facebook , ich habe meine eigene Autorenseite http://carmenmancusobuecher.npage.de/, ich schreibe und veröffentliche auf/über BookRix und bin auf verschiedensten Autorenseiten mit einer Autorenvorstellung vertreten. Auch auf manchen Blogs werden meine Bücher beworben. Offline spreche ich natürlich viel über meine Bücher und verteile Leseproben in Bücherschränke.

Lieben Dank für deine Zeit!

Die Bücher von Carmen Mancuso und aller anderen Autoren, die hier Platz genommen haben, findet ihr auf der Seite: Couch-Bücher