Archiv der Kategorie: Autoren nach Genre: Roman

Brita Rose-Billert

Brita ist eine sehr sympathische Autorin, und ich freue mich sehr darauf, die beiden Bücher, die sie mir schickte, zu lesen und auf meinem anderen Blog zu besprechen. Sie hat einen Beruf, der, wie ich mir vorstellen kann, emotional sehr aufreibend sein kann und einem einiges abverlangt. Dennoch strahlt sie, auch aus der Ferne, eine große Herzlichkeit aus. Ihre Bücher handeln oft von Indianern, was sich für den einen oder anderen vielleicht klischeehaft anhören mag – ich finde das ziemlich spannend, denn es sind ihre eigenen Erfahrungen, welche die Grundlage für ihre Geschichten bilden.

Was mir an diesem Interview besonders gefallen hat: Brita nutzt die Gelegenheit, ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. Dazu möchte ich auch „meine“ anderen Autoren an dieser Stelle ermutigen! Ihr wisst, dass es bei mir keine Standardfragen gibt, denn kein Autor ist wie der andere. Dennoch kann ich euch, unbekannterweise und aus der Ferne, nur eine kleine Taschenlampe zuwerfen. Die wichtigen Stellen zu beleuchten liegt dann in eurer Hand.

Aber jetzt zu Brita – auch sie musste eine wenig auf ihre Fragen warten:

Hier nun meine Fragen. Danke für deine Geduld!

Gerne. Leser die fragen, sind sehr interessierte und aufmerksame Leser.

Liebe Brita, in den meisten deiner Bücher spielen Indianer eine Hauptrolle. Wie kam es dazu? Wann und bei welcher Gelegenheit bist du ihnen begegnet?

Dazu möchte ich mit einem eigenen Zitat beginnen. „Manchmal, wenn du auf der Suche nach Freunden bist, findest du sie nicht.
Manchmal finden sie dich.“

„Indianer“ waren meine Helden. Stolz und tapfer kämpften sie auf ihren Ponys um ihr Land und ihr Recht. Als ich endlich durfte, reiste ich zu ihnen ( Navajo, Apache, Sioux, Salish, Cree …)
Was ich fand war ernüchternd. Armut, Alkohol und Drogensucht und Resignation schlugen mir entgegen. Meine Helden suchte ich zunächst vergebens. Doch nach und nach öffneten sich die Türen zu freundlichen und neugierigen Menschen. Sie leben in einem Land krasser Widersprüche.

Aus uns Fremden wurden Freunde. Ich habe mit ihnen in ihren Trailern gewohnt, gemeinsam gegessen und gelacht. Sie haben einen besonderen Humor und ich glaube, ich hatte lange nicht mehr so ausgelassen gelacht.
Außerdem bin ich in meiner knappen Freizeit oft mit meinem Pferd unterwegs. Auch das, die Westernreiterei und der Umgang mit Pferden, hat uns sehr miteinander verbunden. Pferde spielen auch immer wieder eine Rolle in meinen Geschichten. Die Plainsindianer sind ein Reitervolk, durch und durch, und identifizieren sich damit.

Und wie kam es zu der Idee, darüber zu schreiben? Hast du das „schon immer“ gern gemacht?

Schulaufsätze und Gedichte schon immer, ja. Aber einen Roman… Das wäre mir nicht in den Sinn gekommen. Ich wollte nicht. Es gab und gibt schon so viele Bücher und ich bin natürlich auch eine unvoreingenommene Leseratte.
Irgendwann fand ich nicht mehr den passenden Lesestoff und ich muss gestehen, dass ich leider auch manches „Indianerbuch“ enttäuscht weggelegt hatte.

Ich nahm also ein Blatt Papier und schrieb per Hand. Der Papierkorb war nicht weit weg 🙂

Wie viel in deinen Geschichten ist reine Fantasie und welchen Anteil spielen reelle Hintergründe?

Reelle Hintergründe sind das Gerüst jeder meiner Geschichten! Doch wer möchte schon ein Fachbuch voller Belehrungen lesen? Das Gerüst der Tatsachen und aktuellen Situation der Native American Indians, male ich mit Fantasie bunt aus, damit ein spannender Roman daraus wird.
Ich gebe den unbekannten Freunden Namen, Charaktere und Gestalt, damit sich jeder Leser und jede Leserin mit meinen Helden identfizieren kann, miterleben und mitfühlen kann.
Seit den Gegenwartsromanen „Maggie Yellow Cloud- Mord auf Pine Ridge“ und „Maggie Yellow Cloud- Das verkaufte Herz“, um eine indigene Ärztin, die unbeabsichtigt in kriminelle Handlungen verstrickt wird, kamen auch viele Leser/innen hinzu, die vorher noch nie ein „Indianerbuch“ gelesen hatten.

Wann war deine erste Veröffentlichung und wie hast du deinen Verlag gefunden?

Die Suche nach einem Verlag war eine Odysee und ich brauchte zwei Jahre, um endlich einen

Spirit of the Hawk - Das Geheimnis des Falken, Brita Rose-Billert, amicus - Verlag
Spirit of the Hawk – Das Geheimnis des Falken, Brita Rose-Billert, amicus – Verlag

Kleinverlag zu finden, der keinen Druckkostenvorschuss vom Autor wollte. Im Jahr 2008erschienen damit meine Debütromane „Das Geheimnis des Falken“ und „Der Tanz des Falken“, die den unermüdlichen Kampf eines jungen Lakotas beschreibt, der seine Familie, seine Ranch und sein Leben retten will. Meine Suche ging dennoch in verschiedene Richtungen weiter. Manchmal auch in die Falsche. Ich wollte besser werden und vor allem ernst genommen werden.

So schickte ich 2010 mein drittes Manuskript „Maggie Yellow Cloud“ zum Traumfängerverlag, der sich Fachverlag für gute Indianerliteratur nennt. Hier war ich besser aufgehoben und Bücher, die dieser Verlag veöffentlicht, müssen gut recherchiert und realistisch sein.
Danach hatte ich auch etwas leichter, andere Verlage für meine Projekte zu interessieren.

Wie war die Resonanz in deinem Umfeld?
Wir leben in einem Land krasser Widersprüche 🙂
Am Anfang belächelt in die Schublade „Winnetou“ geschoben. Dann kam der „Aha-Effekt“, denn Menschen sind ja auch neugierig. Inzwischen sind einige süchtig geworden 🙂

In deinen Geschichten spielt auch dein Beruf mit hinein. Erzähl doch mal etwas darüber.

Ich bin Fachkrankenschwester für Heimbeatmung und Intensivpflege. In meinem Beruf kenne ich mich gut aus. Ich weiß also, wovon ich schreibe. Und so habe ich Hobby und Beruf beisammen und es macht Spaß. Außerdem gebe ich meinen Patienten oft Privatlesungen. Einige wollten so gern mit in meine Geschichten hinein. Diesen Wunsch habe ich gerne erfüllt. Da ich bei schwerkranken Menschen, oft ohne Heilungschancen, in deren Zuhause arbeite, möchte ich ihnen damit auch Mut machen, nicht aufzugeben.

Maggie Yellow Cloud: Das verkaufte Herz, eine Lakota-Ärztin bei den Navajo, Brita Rose-Billert, TraumFänger Verlag
Maggie Yellow Cloud: Das verkaufte Herz, eine Lakota-Ärztin bei den Navajo, Brita Rose-Billert, TraumFänger Verlag

Im „Verkauften Herz“ z.B. habe ich eine reelle Wachkomapatientin eingebaut, um zu zeigen, dass auch diese Menschen (je nach Phase) noch sehr viel von ihrem Umfeld mitbekommen- mehr, als mancher denkt. Zum anderen sollte es auch eine Hilfe für Angehörige und Freunde sein, mit solchen Menschen umzugehen. Zu oft haben diese Berührungsängste und ziehen sich zurück. „Indianer“, die sich selbst immer als die, deren Stamm sie angehören, bezeichnen, haben natürlich auch die verschiedensten Berufe und moderne Hospitäler gibt es auch in Reservationen, genau wie Patienten mit allen unterschiedlichen Erkrankungen.

In deinem letzten Buch bist du in ein anderes Genre gewechselt. Wie kam es dazu?

Nein, das Genre Krimi/ Thriller ist geblieben. Ich habe lediglich nur die Handlung meines

Tote Killer küssen besser - Großdruck, Brita Resorbiert, AAVAA Verlag
Tote Killer küssen besser – Großdruck, Brita Resorbiert, AAVAA Verlag

Krimis/ Thrillers nach Deutschland verlegt. „Tote Killer küssen besser“ ist entstanden, weil ich mich ungern in eine Schublade verfrachten lasse. Auch mit diesem Roman habe ich offene Türen eingerannt.

Schreibst du aktuell an einem Buch?

Aktuell arbeite ich an drei Manuskripten. Das ist bei mir normal. Ein Manuskript ( Arbeitstitel: Sheloquins Vermächtnis- Im Land der Totempfähle ) ist fertig und bekommt gerade den Feinschliff vor der Abgabe. Es geht um den immer wieder aktuellen Landraub von den Aboriginals, den Stämmen der Nordwestküste, in British Columbia.
Die anderen zwei befinden sich bei Kapitel 1-3. Auch ein weiterer Krimi, der in Thüringen handeln wird, ist in Planung.

Hast du einen Tipp für angehende Autoren?

Endlose Geduld auf der Suche nach einem Verlag, der keine Druckkostenzuschüsse vom Autor verlangt. Selbstverleger haben es schwer, als Autor ernst genommen zu werden. Enttäuschungen sind immer vorprogrammiert- nur nicht aufgeben.
Es macht Sinn, sein fertiges Manuskript für einige Zeit in die Schublade zu legen, um es später zu überarbeiten. Wichtig ist es, in ein professionelles Lektorat zu investieren.

Vielen Dank für deine Zeit. Ich freue mich, dass du hier bist!

Gerne doch. Ich freue mich meinerseits, hier sein zu dürfen. Ohne euch Leser wären wir Autoren doch ganz schön aufgeschmissen. 🙂
Vielen Dank und jederzeit viel Spaß am Schmökern sowie unerschöpfliche Neugier!
Mehr zu mir, meiner Arbeit und natürlich allen sechs Romanen mit Leseproben gibt es auf meiner Autorenhomepage: brita-rose-billert.de

Liebe Grüße – Brita Rose Billert

Sandra Berger

Sandra Berger hat kürzlich ihren ersten „Romantasy“ Roman veröffentlicht und erzählt hier ein wenig über sich. Herzlich Willkommen!

Liebe Sandra, du hast erst kürzlich dein erstes Buch veröffentlicht, Glückwunsch!

Transformation am Feuersee, Sandra Berger, BookRix, bei amazon
Transformation am Feuersee, Sandra Berger, BookRix, bei amazon

Erzähl doch mal etwas über die Geschichte!

In der Geschichte geht es darum, dass ein Mädchen nach einem Unfall ihre Mutter verliert und dadurch zu ihrem Vater ziehen muss, der von der Mutter geschieden ist und über 200 Kilometer entfernt wohnt. Dort muss sie auf eine neue Schule gehen und lernt den eigenartigen Ben kennen. Er wird auch gleich verdonnert mit ihr ein Projekt zu erarbeiten, was nicht im seinem Sinn ist. Ben ist sehr mysteriös, doch das ist nicht das einzige. Die ganze Schule ist mysteriös und dann sind da noch diese Träume…. mehr erzählte ich nicht *grins*

Ist das auch das Genre, das du selbst besonders gern liest?

Ich mag Romantasy sehr gern, ist aber nicht das einzige was ich lese. Historische Romane oder die all die Bücher von Dan Brown mag ich sehr.

Wer sollte das Buch unbedingt lesen?
Leser die gerne mystisch und romantische Geschichten mögen und es lieben wenn man so richtig emotional in die Geschichte tauchen kann.

Wann hast du eigentlich mit dem Schreiben begonnen?
Im zarten Alter von ca. 6 Jahren habe ich zuerst Geschichten geschrieben – ich konnte ja noch nicht schreiben. 😉 Ich schreibe also schon mein ganzes Leben, aber hatte mich nie getraut auch für anderen Leser anstelle meiner Freunde zu schreiben.

Und was machst du sonst beruflich?
Ich bin Familienfrau und arbeite auch noch als Heilpraktikerin.

Wie organisierst du deinen Tagesablauf, um das alles unter einen Hut zu bekommen?

Ich splitte auf. D.h. die meiste Zeit verbringen ich natürlich mit den Kindern. Marketing Sachen mache ich meist über die Mittagspause der Kinder, schreiben tue ich teilweise am Abend. Ich schreibe also nicht täglich – das geht Momentan nicht. An 1 1/2 Tagen arbeite ich noch als Heilpraktikerin.

Ist das nächste Buch schon in Planung? Wenn ja, wirst du bei diesem Genre bleiben?

Ja, mein nächstes Buch ist schon in Planung und es wird in der Zukunft spielen und es geht auch um starke Gefühle.

Deine 3 ultimativen Tipps für angehende Autoren?
An sich glauben, glauben, glauben und sich selber einen Tritt geben, den Mut zu finden das eigene Buch zu veröffentlichen. (Das Letztere braucht am meisten Überwindung- finde ich)

Herzlichen Dank für das Interview. 🙂 Herzlichen Grüsse, Sandra

Lieben Dank für deine Zeit!

 

 

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Christiane Bößel

Christiane Bößel hat vor kurzem ihren ersten Roman veröffentlicht – lernt sie kennen!

Liebe Christiane, als erstes möchte ich deine Autorenseite loben, die finde ich wirklich originell. Du hast gerade dein erstes Buch veröffentlicht, um was geht es in deiner Geschichte?

Liebessprung (Liz und Vincent), Christiane Bößel, SP, bei amazon
Liebessprung (Liz und Vincent), Christiane Bößel, SP, bei amazon

Grob gesagt, geht es um eine Liebe, die fähig ist, alle Grenzen zu überwinden.„Liebessprung“ ist eine (satirische) Fantasy-SF-Liebeskomödie mit erotischen Elementen und der erste Teil einer überdimensionalen Trilogie.

Der Klappentext:
Liz, Krankenschwester auf einer urologischen Station, wünscht sich eigentlich nur ein ganz normales Leben mit einem netten Mann und einem Job, der Spaß macht. Stattdessen ist da Kollege Helmut, der Liz zwar unter seinen knackigen Körper, aber nicht in sein Herz lässt, ein Arbeitsalltag voller alter Männer und zuhause ein ständig beleidigter Kater und eine freizügige Mitbewohnerin.
Als ob das nicht genug wäre, verliebt sich Liz auch noch unsterblich in einen bewusstlosen Patienten. Und dann behauptet der noch, aus dem Koma erwacht, er stamme aus einer anderen Dimension.
Alles nur eine blöde Ausrede?
Aber es würde erklären, warum Vincent immer wieder unauffindbar verschwindet und warum er so aussieht wie der fiese Exlover Helmut.
Ist Liebe zwischen den Dimensionen überhaupt möglich?

Inwieweit hat deine Arbeit als Krankenschwester deine Geschichte beeinflusst?

Die Abläufe in einem Krankenhaus realistisch beschreiben zu können zum Beispiel.
Allerdings kam mir auch die Idee zu Liz und Vincent während vieler langweiliger Nachtdienste. Man befindet sich dort immer in seltsamen Schwebezuständen zwischen Wachen und Schlafen, Realität und Traum. Alles ist dunkel und gespenstisch still, man wartet, dass irgend etwas passiert und denkt über die komischsten Dinge nach. Zum Beispiel, wie es wäre, wenn andere Dimensionen existieren würden, in die man sich – einfach so – hineinwünschen könnte.
Stressiger Alltag? In einer anderen Dimension entspannen.
Schlechtes Fernsehprogramm? Nervige Mitmenschen? Wäre doch praktisch, wenn man sich dem ganz problemlos entziehen könnte.
Außerdem lebe ich in Bayern, wo das Mystische noch sehr alltäglich ist. Deswegen spielt mein Roman in München.

Du hast Literatur und Philosophie studiert (ich auch 😀 ), wie hat das dein Schreiben verändert?

Das Schreiben an sich, mein Stil, meine Art, wie sich Geschichten und Figuren entwickeln, hat sich nicht verändert. Aber natürlich weiß ich um Rahmenbedingungen, wie Aufbau, Grammatik, Orthografie usw.
Gelesen habe ich schon immer, seit ich lesen kann, viel und geradezu zwanghaft. Deswegen weiß ich, was ich erzählen möchte.
Das Philosophie-Studium hat auch weniger mein Schreiben als meine Persönlichkeit beeinflusst, verschiedene Denkansätze zuzulassen. Mein Schwerpunkt lag auf östlicher Philosophie und Erkenntnistheorien, von Platon über Humes bis Radikaler Konstruktivismus und Sprachphilosophie wie Wittgenstein. Wenn man sich bewusst macht, dass nur Weniges (oder gar nichts?) wirklich „nachweisbar“ ist und jeder im Prinzip seine eigene Welt besitzt, dann ist es auch möglich, dass andere Welten außerhalb von uns existieren, die wir nur nicht wahrnehmen können. Weil unsere Sinne dafür nicht ausgelegt sind oder weil wir nur das glauben wollen, was wir wissenschaftlich sichtbar machen können. Und es hat mir gezeigt, dass alles so vielfältig ist – das Leben, das Denken, die Menschen. Deswegen sind meine Geschichten genreübergreifend, denn das Leben lässt sich auch nicht in Formen pressen.

Hattest du schon lange den „Traum“, ein Buch zu schreiben, oder gab es einen Auslöser?

Den Traum trage ich seit Jahren mit mir herum. Der Alltag mit Familie, Kind, Arbeit, Haushalt usw. hinderte mich aber daran, es umzusetzen. 2013 änderte sich beruflich einiges und ich hatte Muse und Zeit, mit „Liebessprung“ anzufangen.

Also hast du schon lange eine Leidenschaft für Bücher und Geschichten?

Bücher sind seit meiner Kindheit eines der wichtigsten Dinge in meinem Leben. Ich bin in einer Lese- und Geschichtenliebenden Familie aufgewachsen, Bücher gehörten zum Alltag. Später kam dann das Schreiben dazu. Angefangen mit schwülstigen Teenager-Liebes-Gedichten. Mit meinen Erzählungen habe ich regelmäßig am Augsburger Poetry Slam teilgenommen und einige Male auch gewonnen.

Wie war die Resonanz in deiner Umgebung auf deine Veröffentlichung?

Vorwiegend positiv auf das Veröffentlichen an sich. Meine Familie und Freunde haben mich durchweg unterstützt.

Du hast schon eine gute Sichtbarkeit mit deinem Erstling erreicht – hast du ein paar Marketing-Tipps für andere Autoren?

Ich habe mich drei Monate vor Veröffentlichung mit Bloggern in Verbindung gesetzt und mein Buch vorgestellt. So lange vorher, weil Blogger meist einen meterhohen SUB haben und dann die Rezension zum Erscheinungsdatum einplanen können. Ansonsten versuche ich, nur sporadisch in den unzähligen Buchgruppen zu werben, um nicht zu nerven. Vieles läuft über Mundpropaganda.
Wichtig war mir, trotz meines Germanistik-Studiums ein professionelles Korrektorat, kein selbstgebasteltes Cover und eine gute Webseite.
Der nächste Schritt ist, meinen Roman im lokalen Buchhandel anzubieten.

Dein nächstes Buch erscheint Anfang 2016 – hilft es dir, konkrete Termine zu setzen?

Ja, ich brauche Termine und einen genauen Plan, wann ich was mache.

Wird es eine Fortstezung sein?

Ja, es wird der zweite Teil der Trilogie um Liz und Vincent sein. Teil drei folgt im Frühling 2016.

Wer sollte dein Buch/deine Bücher unbedingt lesen?

Leser, die (unkonventionelle) Liebesromane und Fantasy mögen.
Leser, die satirische und vielschichtige Texte lieben.
Männer, weil das Buch alles beinhaltet, was diese mögen: Sex, Brüste, Technik, Tempo, Spannung.

Vielen Dank für deine Zeit! Ich freue mich, dass du hier bist.

Danke, dass ich dabei sein darf!
Leckeren Kaffee habt ihr hier!

Ja, das höre ich oft 🙂

 

 

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Uwe Janning – Roman

Uwe Janning war Unternehmensberater und begann zu schreiben. In seinem Roman geht es um einen ehemaligen Unternehmensberater, der Schriftsteller werden will. Ähnlichkeiten sind keineswegs zufällig! Wer sich beim Lesen gern amüsiert, wird seine Freunde an Uwes Roman haben. Auch bei meinen Fragen habe ich mich vom Ton des Buches inspirieren lassen – aber Uwe war überraschend ernst bei seinen Antworten. Lernt ihn kennen!

 

Lieber Uwe, schön dass du hier bist. Mir fällt auf, dass du recht gierig mit dem Kaffee bist, wie geht es denn Beckmann, deiner Kaffeemaschine?

Ich gehöre zu den Menschen, die erst nach einer Tasse Kaffee in den Tag finden. Leider gehört auch eine Zigarette dazu. Aber immerhin sorgt beides dafür, dass ich mich auch morgens wie ein friedliches Mitglied der Spezies homo sapiens verhalte und keinen meiner Artgenossen – auch nicht meine Frau – beiße. Im Gegensatz zu meinem Protagonisten Fabian besitze ich allerdings keinen Kaffeevollautomaten für zweitausend Euro; ich benutze eine Bodum für zwanzig Euro. Mir persönlich ist es vollkommen egal, womit jemand seinen Kaffee zubereitet. Fabian hat allerdings ein Problem mit Statussymbolen. Alles, was schön, teuer und im Grunde überflüssig ist (kurz: Luxus), ist ihm von Herzen unsympathisch. Er spricht von Konsumsklavenmentalität und dem Schafsherdencharakter der breiten Masse, worin sicher eine Spur Wahrheit zu finden ist, doch seine tatsächliche Motivation ist schlicht und ergreifend: Neid! Er könnte sich ein solches Ungetüm niemals leisten, also findet er Gründe, es zu verachten. Er nennt das chromblitzende Ding Reinhold Beckmann, denn in seinen Augen haben die beiden viele Gemeinsamkeiten: Eitel, aufgeblasen, arrogant und im Grunde vollkommen überflüssig. In diesem Punkt teile übrigens Fabians Meinung in vollem Umfang; ich kann Herrn Beckmann auch nicht leiden.

 

Erzähl doch mal etwas über dein Buch.

Fabiansuppe
Die Fabiansuppe, Uwe Janning, SP, bei amazon

 

Im Kern geht es um Erfolglosigkeit, die zu Selbstzweifeln führt und schließlich in Arroganz und Borniertheit umschlägt. Ein stark verbreitetes Phänomen, das nicht nur, aber verstärkt bei Künstlern auftritt. Steht ein Künstler/Schriftsteller zu seinem Werk und es setzt sich trotz Kritik von Seiten der Fachwelt durch, wird er als Visionär mit Stehvermögen gefeiert. Scheitert er, bekommt er ungefragt und völlig kostenlos zu Hauf den Spruch „Ich habs Dir doch gesagt, das funktioniert so nicht“ um die Ohren gehauen. Lohnt es sich also starrköpfig zu sein? Die Antwort auf diese Frage ist „Jein“. Fabian ist sich dessen sehr wohl bewusst; ein Dilemma. Er will Humor mit Anspruch produzieren, aber was ist das eigentlich, Anspruch? Ihn beschleicht der Verdacht, dass er Anspruch durch die Wahl seiner Themen nur vortäuscht. Er nimmt beispielsweise die hohe Kunst, das Fernsehprogramm, Günter Grass oder Dan Brown aufs Korn, doch ein Thema an sich kann nicht anspruchsvoll sein, nur der Umgang damit. Er will mit einfachen Mitteln große Wahrheiten vermitteln. Wie sagte schon Schopenhauer? „Man gebrauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge“ und Loriot hat es geschafft, mit Hilfe einer Nudel Humor zu produzieren, der bis heute keinen Staub angesetzt hat. Hier liegt Fabians Messlatte und er hat fürchterliche Angst, dass er einfach nicht gut genug ist. Das gibt er aber nur in schwachen Stunden sich selbst gegenüber zu. Schwache Stunden hat er allerdings viele im Laufe des Romans.

 

Wie du selbst sagst, bist du besonders gut im Abbrechen von Dingen. Damit bist du nicht allein,oder?

Ich habe tatsächlich zwei Studiengänge abgebrochen. In beiden Fällen haben mich Umstände dazu gezwungen, die ich – aus damaliger Sicht – nicht zu verantworten hatte. Heute sehe ich das anders, heute würde ich mich durch stärkere Widerstände beißen. Das ist kein Ruhmesblatt und Vorbilder habe ich in dieser Hinsicht keine. Es werden zwar immer wieder berühmte und erfolgreiche Menschen hergenommen und als Beispiel dafür bemüht, dass auch Studienabbrecher unfassbar reich werden können und ihnen wohnt immer ein Hauch von „ich bin eigentlich zu intelligent für ein Studium, als Genie hat man schließlich seinen eigenen Kopf“ bei, doch im wahren Leben sind abgebrochene Studiengänge alles andere als ein Indiz für ein erfolgreiches Berufsleben oder gar Genie. Es ist hart. Näheres dazu weiter unten.

 

Wie hast du denn nun diese Geschichte eigentlich fertig bekommen – ging es da nur ums Geld?

Es geht mir sicher nicht ums Geld. Es geht mir nur darum, so gut es mir irgend möglich ist zu schreiben und meine Grenzen immer weiter auszuweiten. Es ist ein schönes Gefühl – und ich denke, da wird mir jeder Schriftsteller zustimmen – wenn man etwas produziert hat, das man noch einen Augenblick vorher nicht für möglich gehalten hat. Sich selbst positiv überraschen. Das geht! Erfolgreich kann ein Künstler/Schriftsteller nur sein, wenn er das macht, was ihm entspricht. Wenn ein Autor kommerziellen Erfolg hat, dann nicht, weil er es darauf angelegt hat, sondern weil es seinem Innersten entspricht. Wenn sein Innerstes zufällig dem Massengeschmack entspricht – hat er Erfolg! Ich habe früher viel Musik gemacht. 90er Jahre, Indie-Rock. Einige meiner Kollegen – sehr virtuose Musiker – hatten die Idee, mit Schlager Geld zu verdienen. Der Grundgedanke war: Diese Musik ist so einfach, so blöd und ich bin so gut, da wäre es doch ein Witz, wenn wir das nicht besser hinbekämen als der Großteil der Schlagerfuzzis. Ergebnis: Misserfolg. Warum? Weil es ihnen nicht entsprach. Es war nicht authentisch.

Das alles heißt nicht, dass ich nicht davon träume, ausschließlich vom Schreiben leben zu können. Welcher Schriftsteller tut das nicht?!

 

Was macht eigentlich Hilde, deine romanschreibende Freundin?

Eine romanschreibende Freundin hatte ich noch nie. Allerdings hatte ich zu der Zeit, als ich den Roman schrieb, eine Freundin, von der ich wirtschaftlich abhängig war. Wir hatten einen Deal: Nachdem ich meine ersten Arbeiten bei Literaturagenturen und Verlagen eingereicht hatte, war die Resonanz durch die Bank positiv und ermunterte zum Weiterschreiben. Daraufhin haben wir uns darauf geeinigt, dass sie die Brötchen verdient und ich schreibe, bis irgendwann  – bitte nicht lachen – mein großer Durchbruch geschafft ist. (Achtung: Spoileralarm!!!) Auf dem Weg dorthin hat sie wohl die Geduld verloren und verließ mich. Das, was ich im Roman beschreibe, ist mir zwei Jahre nach Fertigstellung der Endfassung tatsächlich selbst passiert. Inzwischen bin ich aber wieder glücklich vergeben.  Was ich über Hilde noch verraten kann: Sie wird in der Fortsetzung eine beachtliche Rolle spielen.

 

Wenn du nicht gerade schreibst, was machst du sonst beruflich?

Trotz des abgebrochenen Studiums konnte ich einen Job bei einer Unternehmensberatung in Münster ergattern. Nach sieben Jahren in dieser Branche hatte ich allerdings die Nase voll und wollte etwas machen, das mir Spaß macht. Also schmiss ich die Brocken hin und eröffnete eine Kunstgalerie. Ein großer Fehler. Das Projekt hat mich meine letzten finanziellen Reserven gekostet. Eine Rückkehr in die Unternehmensberatungsbranche ist nach so vielen Jahren nicht mehr möglich und selbst wenn es doch gelänge: Ich will weiter schreiben! Also habe ich mir – nachdem meine Ex-Freundin die Geduld verlor – einen Job gesucht, der mir bei drei Tagen Arbeit in der Woche so viel einbringt, dass ich davon leben und trotzdem weiter schreiben kann. Konkret: ich verkaufe Oliven und Antipasti auf Märkten. Das bedeutet fünfzehn-Stunden-Tage, das bedeutet, dass ich um zwei in der Nacht aufstehen muss, aber das ist es mir wert. Außerdem hatte ich in meinem gesamten Berufsleben noch nie so viele nette Kollegen. Und was das für Kollegen sind! Ein Rechtsanwalt, dessen Kanzlei einfach nicht funktionieren wollte, ein Sozialpädagoge, der irgendwann aus der Kirche ausgetreten ist und in seinem Metier keinen Job bekommen kann, ein Volkswirt, der aus seinem Job gemobbt wurde, ein Fotograf, ein Journalist und, ach ja, ein Schriftsteller.

 

Liest du gern?

Ich lese für mein Leben gern. Und wie sagte Konfuzius? „Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: erstens durch nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch nachahmen, das ist der leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.“ Warum sollte ich mir Weg Nummer zwei versagen? Ein Schriftsteller, der nicht liest, ist in der Regel eine Pfeife in seinem Metier.

 

Hast du Tipps für angehende Autoren?

Geduld. Wenn ein Autor meint, seine Endfassung fertiggestellt zu haben, sollte er sie für ein halbes Jahr in der Schublade verschwinden lassen. Dann bitte wieder hervorholen und feststellen: die Endfassung ist gar keine Endfassung gewesen, denn da ist noch so viel Mist drin, das kann ich unmöglich einem Verlag anbieten und schon gar nicht Lesern zumuten. Abstand zum Werk ist wichtig. Hat man einen Text zehn Mal überarbeitet und kennt jedes Wort auswendig, verliert man den Blick für das Wesentliche. Nach ein oder zwei Jahren Arbeit an einem Roman, will der Autor das Ding aber unbedingt unter das Volk bringen. Ein mächtiger Impuls, das Verlangen nach Anerkennung ruft – widersteht!

 

Wann kommt dein nächstes Buch?

Eine Fortsetzung der Fabiansuppe wird es in jedem Fall geben. Vor einigen Monaten konnte ich eine angesehene Literaturagentur dafür gewinnen, doch mir wurde eine ganze Latte von Änderungs“vorschlägen“ gemacht, die es noch umzusetzen gilt. Wird der Roman dann von der Agentur vertreten, steht in den Sternen, wann es erscheint. Sollte es nicht akzeptiert werden – alle Vorschläge werde ich nämlich nicht umsetzen – dann wird es im Selbstverlag Ende November erscheinen.

 

Du hast drei Wünsche frei. Ach nein, warte, nur einen. Welcher ist es?

Zufriedenheit. Punkt.

 

In diesem Sinne – ich hab dir hier mal ein Päckchen Kaffee und einen Sechserträger eingepackt – es freut mich das du hier warst!

 

 

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Heike Fröhling – Roman

Heike Fröhling kannte ich schon, bevor sie auf der Autoren-Couch Platz nahm, und auch ihren Blog Auf lose Blätter  hatte ich schon das eine oder andere Mal besucht. Umso mehr freue ich mich, dass Heike nun auch auf der Couch ist! Sie ist eine sogenannte Hybrid-Autorin, das heißt sie veröffentlicht sowohl bei Verlagen, als auch im Selfpublishing. Auch dazu habe ich ihr ein paar Fragen gestellt, aber lest selbst:

Liebe Heike, Du hast ja unter anderem Germanistik studiert. Seit wann begleitet Dich diese Leidenschaft für das geschriebene Wort?
Geschichten ausgedacht habe ich mir schon immer, schon bevor ich schreiben konnte. Für mich war es eine gleichberechtigte Welt, die neben der realen Welt existierte. Sobald ich in der Schule das Schreiben gelernt habe, habe ich angefangen, diese Geschichten zu notieren.

Wann hast Du das erste Buch geschrieben?
Mein erstes „richtiges“ Buch ist 1999 in einem Kleinverlag veröffentlicht worden, alle davor entstandenen Werke sind in meinen Schubladen geblieben und sind auch nie überarbeitet worden. Von daher zähle ich sie nicht mit, denn es ist ein riesiger Unterschied, ob man für sich schreibt oder für ein Publikum. Und der Gedanke an ein Schreiben für ein Publikum kam mir erst mit dieser ersten Veröffentlichung.
Das, was vorher entstanden ist, sind für mich zwar Geschichten, ich würde sie aber nicht als „Buch“ bezeichnen“.

Deine erste Veröffentlichung war in einem Verlag. Welcher Titel war das, und wie bist Du unter Vertrag gekommen?
Die erste Veröffentlichung hieß „Blaues Integral“, es war eine Geschichte über eine unglückliche Liebe, über Malerei und Mathematik, über Leidenschaft, Schwärmerei und die Suche nach sich selbst. Wie alle vorhergehenden Werke ist diese Geschichte eigentlich nur für mich selbst entstanden. 1998, in der Entstehungszeit, habe ich zum ersten Mal eine Autorengruppe besucht und ich weiß noch, wie extrem die Überwindung war, sich überhaupt per Telefon bei der Autorin, die die Gruppe leitete, nach dem Termin des nächsten Treffens zu fragen. Für das Telefonat bin ich in den Keller gegangen, um diese Peinlichkeit des Anrufs meiner Familie zu ersparen ;-).

Sind Sie auch Autorin?“, wurde ich gefragt und musste erst einmal schlucken.
„Ich schreibe“, habe ich geantwortet oder etwas in der Art.
Es waren vielleicht eine Handvoll Treffen, bis ich mein eigenes Werk vorgestellt habe – und in der Gruppe befand sich auch ein Autor, der mit einem ortsansässigen Kleinverlag eine neue literarische Reihe plante. Von daher gab es keine formelle Bewerbung, keine richtige Vorbereitung auf das, was dann passierte: ein paar Monate später war aus einem Manuskript ein Buch geworden.
Und wie ging es dann weiter?
Erst mal tat ich, was „vernünftig“ erschien: Ich studierte, guckte, dass ich einen Abschluss bekam, mit dem ich Geld verdienen konnte. Ich habe an verschiedenen Universitäten studiert, Germanistik und Musikwissenschaft in Bonn, Schulmusik, Germanistik in Kombination mit einigen Psychologie-Vorlesungen in Koblenz. Dort habe ich dann auch den Abschluss gemacht als Realschullehrerin für Musik und Deutsch, denn andere „vernünftige“ Berufe sind auch schwer zu finden mit den Fächern Germanistik und Musikwissenschaft. Doch bald habe ich gemerkt, dass die Vernunft eine Sache ist, die nicht immer tragfähig ist. Mein Herz schlug weiterhin fürs Schreiben und so habe ich auch in jeder freien Minute weiter an meinen Geschichten gearbeitet und nach der ersten Veröffentlichung auch Verlage angeschrieben und weiter in Kleinverlagen veröffentlicht.
Du hast zusätzlich Bücher als Selfpublisherin veröffentlicht. Wie ist es dazu gekommen?
Ich muss gestehen, ich fand Technik, Computer und alle damit verbundenen Möglichkeiten schon immer faszinierend. Veröffentlichen auf digitalem Weg? Zum E-Book bin ich über den Handyroman gekommen, nachdem ich über verschiedene Kanäle für das Handy geschrieben hatte. Doch durch die Leseapps hat sich diese Gattung im Grunde überholt. Wer auf dem Handy lesen will, tut das nicht über den Mailaccount, selten über das PDF-Format oder über SMS-Nachrichten, sondern er installiert eine App und liest ein E-Book.

Im direkten Vergleich – welche Vor- und Nachteile siehst Du jeweils beim Veröffentlichen?
Der Vorteil vom Selfpublishing ist zugleich auch der Nachteil: Man ist frei und kann entscheiden und tun, was auch immer man möchte. Aber auch wenn es mal klemmt, sollte es einmal nicht so gut laufen, muss man selbst entscheiden, was man tut. Die Hilfe bei den Verlagen mit Lektorat / Korrektor / Cover / Satz / Vertrieb / Marketing kann sowohl Einschränkung als auch eine Riesenunterstützung sein.
Du schreibst in verschiedenen Genres und auch unter Pseudonym. Manche Autoren befürchten, durch ein Pseudonym Stammleser zu „verlieren“. Wie ist Deine Erfahrung?
Bei mir gibt es kaum Überschneidungen in der Leserschaft, das merke ich auch, welche Blogs welche Bücher von mir besprechen. Dort, wo man die Thriller findet, wird man zumeist die Sagas / Liebesromane vergeblich suchen. So ist es mehr eine Orientierung für die Leser, dass sie sicher sein können, in welche Richtung das Buch geht. Hinzu kommt, dass mein Pseudonym offen ist und es sowieso jeder weiß ;-). Meine Erfahrungen sind von daher auf Pseudonyme bezogen positiv.

Wie hat sich, nach Deiner Beobachtung, der Buchmarkt in den letzten Jahren verändert?

Die Entwicklung geht mehr zum E-Book, weg vom gedruckten Buch, die Autoren werden auch von Verlagen mehr ins Marketing einbezogen, was früher allein eine Sache der Verlage war. Insgesamt ist die Mitbestimmung der Autoren größer, was bei den meisten auch positiv angenommen wird. Andererseits wird es auch immer schwerer zu sagen „Ich schreibe und Ende“.
Was würdest Du angehenden Autoren raten?
Ich bin froh, dass ich den Einstieg in den Literaturbetrieb von dem Geschichtenerzählen aus nehmen konnte. Für mich gab es anfangs nur die Geschichte und nichts anderes. Viele technische Möglichkeiten gab es noch nicht, der Weg über die Verlage ging auch zumeist vom Autor aus, da auch Agenturen noch kaum präsent waren in der Zeit, als ich angefangen hatte. Heute sieht man eine Riesenfülle von Möglichkeiten, man vergleicht Amazon mit Distributoren, vergleicht Tantiemen, beschäftigt sich mit Social Media. Wo man früher mühsam nach Kontakten suchen musste, ist es heute eher das Problem, die Kontakte zu sortieren. Aber bei alledem rufe ich mir selbst immer wieder in Erinnerung (und vergesse es zwischendurch immer wieder fast), was ich auch angehenden Autoren raten würde: Am Anfang steht die Geschichte. Alles andere ist sekundär. Nimm Dich, Deine Interessen und Deine Geschichten, die Du schreiben willst, bleibe dabei und kehre immer wieder dorthin zurück, sonst ist die Gefahr groß, dass Du Dich verlierst.

Welches ist Dein aktuelles Buch? Magst Du etwas darüber erzählen?

Zur Zeit schreibe ich einen Roman über Island, eine Liebesgeschichte über mehrere Generationen, die mit einer Vergangenheit zu kämpfen hat, die kaum bekannt ist (und einem wahren historischen Hintergrund entspricht): Im April 1946 suchte die isländische Regierung per Zeitungsanzeige in den „Lübecker Nachrichten“ junge deutsche Frauen, die bereit waren, sich als Landhelferin nach Island zu verpflichten. Rund 300 Frauen folgten dem Ruf in der Hoffnung, sich mit dem dort verdienten Geld später eine Zukunft in der Heimat aufbauen zu können. Die meisten von ihnen ahnten nicht, was der wahre Zweck der Anwerbeaktion war. Die Einwanderinnen sollten den massiven Frauenmangel auf den abgelegenen Höfen auffüllen und einheimische Bauern heiraten …

Vielen Dank für Deine Zeit, liebe Heike – ich freue mich, das Du auf der Autoren-Couch bist!

Heikes Bücher findet ihr übrigens hier –Bücher direkt von der Couch!